Die bevorstehende GlüStV-Evaluation 2026 und die Struktur des regulierten Glücksspielmarktes
Kai Coleman · Aug 3, 2026

Die bevorstehende GlüStV-Evaluation 2026 und die Struktur des regulierten Glücksspielmarktes

Die Evaluation des GlüStV 2021 steht für 2026 an und wird die Marktstruktur im regulierten Bereich genau unter die Lupe nehmen. Experten der Bundesländer bereiten diese Prüfung vor, während Daten aus dem Jahr 2025 als Grundlage dienen. Rund 38 lizenzierte Unternehmen waren Ende 2025 im Bereich Sportwetten und virtuelle Automatenspiele aktiv. Diese Zahl zeigt, wie sich der legale Markt entwickelt hat, seit das Staatsvertrag in Kraft trat.
Der aktuelle Stand der Lizenzvergabe
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine Whitelist, die alle genehmigten Anbieter auflistet. Wer die Daten der GGL analysiert, erkennt, dass die Lizenzierung für Sportwetten und virtuelle Slots relativ weit fortgeschritten ist. Doch im Online-Casino-Bereich mit Tischspielen wie Roulette und Blackjack bleibt die Situation fragmentiert. Einzelne Bundesländer halten eigene Regelungen aufrecht, und die Vergabe von Lizenzen verläuft dort schleppend. Beobachter sehen darin eine Ursache für die ungleiche Marktentwicklung.
Was die Evaluation 2026 untersuchen wird
Die Prüfung im Jahr 2026 konzentriert sich auf mehrere Kernbereiche. Lizenzierungseffizienz steht an erster Stelle, denn Behörden und Anbieter wollen wissen, ob das Verfahren schneller und einheitlicher gestaltet werden kann. Markt-Konsolidierung bildet einen weiteren Schwerpunkt, weil viele Beobachter prüfen, ob eine geringere Anzahl von Anbietern die Übersichtlichkeit erhöht. Steuerbelastungen und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber illegalen Anbietern runden die Liste ab. Forscher der zuständigen Stellen sammeln bereits jetzt Zahlen, um fundierte Vergleiche zu ermöglichen.
Fragmentierung im Online-Casino-Segment
Im Gegensatz zu Sportwetten und virtuellen Slots zeigt das Online-Casino-Segment weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Ländern. Manche Bundesländer haben eigene Auflagen erlassen, die über die bundesweiten Vorgaben hinausgehen. Diese Regelungen verzögern die Lizenzvergabe und führen dazu, dass nur wenige Anbieter landesweit tätig sind. Statistiken aus dem Jahr 2025 belegen, dass der legale Zugang zu Tischspielen dadurch eingeschränkt bleibt. Spieler, die legale Angebote suchen, finden daher oft nur begrenzte Auswahlmöglichkeiten.
Die GGL hat ihre Whitelist-Daten öffentlich zugänglich gemacht, sodass Interessierte die Entwicklung nachverfolgen können. Ein Link zur Behörde findet sich unter www.gluecksspiel-behoerde.de. Wer die Zahlen vergleicht, erkennt, dass die Anzahl der lizenzierten Unternehmen im Sportwetten- und Slot-Bereich stabil bei etwa 38 liegt, während der Casino-Bereich weiterhin aufholt.

Steuerbelastung und Wettbewerbsfähigkeit
Steuern und Abgaben beeinflussen die Rentabilität legaler Anbieter stark. Die Evaluation wird daher prüfen, ob die aktuelle Belastung ein ausgewogenes Verhältnis zwischen staatlichen Einnahmen und Marktfähigkeit schafft. Anbieter berichten von hohen Kosten, die sie im Wettbewerb mit illegalen Plattformen benachteiligen. Forscher sammeln dazu Vergleichsdaten aus anderen europäischen Ländern, um zu bewerten, ob Anpassungen sinnvoll sind. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob der legale Markt langfristig gegen Schwarzmarktanbieter bestehen kann.
Markt-Konsolidierung als möglicher Weg
Einige Experten sehen in einer stärkeren Konsolidierung eine Chance für mehr Stabilität. Weniger, aber größere Anbieter könnten effizientere Kontrollen ermöglichen und die Einhaltung von Jugendschutz- und Suchtpräventionsregeln erleichtern. Die Evaluation wird daher auch prüfen, ob regulatorische Anreize für Fusionen oder Kooperationen notwendig sind. Bisherige Daten deuten darauf hin, dass der Markt noch stark fragmentiert ist und weitere Entwicklungen erwartet werden.
Vorbereitungen der Bundesländer
Die Bundesländer haben bereits Arbeitsgruppen eingerichtet, die bis August 2026 erste Entwürfe für die Evaluation vorlegen sollen. Diese Gruppen analysieren Lizenzverfahren, Steuermodelle und Marktdaten. Vertreter der GGL tauschen sich regelmäßig mit Wirtschaftsverbänden und Wissenschaftlern aus. Ziel ist eine umfassende Bewertung, die als Grundlage für mögliche Anpassungen des GlüStV dient. Die Ergebnisse werden anschließend den Landesparlamenten zur Diskussion vorgelegt.
Schlussfolgerung
Die Evaluation des GlüStV 2021 im Jahr 2026 wird wichtige Erkenntnisse über die Funktionsfähigkeit des regulierten Glücksspielmarktes liefern. Mit rund 38 lizenzierten Unternehmen im Sportwetten- und Slot-Bereich liegt eine solide Basis vor, während das Online-Casino-Segment noch Aufholbedarf zeigt. Die Prüfung von Lizenzierungseffizienz, Konsolidierung, Steuern und Wettbewerbsfähigkeit soll klären, ob das aktuelle System den Anforderungen gerecht wird. Die Bundesländer und die GGL arbeiten an einer datenbasierten Bewertung, die als Entscheidungsgrundlage für künftige Regelungen dienen wird.